Babies & Kleinkinder

bis zum 2. Lebensjahr

Behandlung

Die Behandlung von Babies und Kleinkindern hat vor allem in einem Punkt große Ähnlichkeit mit der von Erwachsenen - es geht sehr oft um Entspannung und Ausgleich. Nur die Ursachen sind andere, dazu gehören Geburtstraumen, muskuläre Dysbalancen oder auch ein niedriger Muskeltonus bei Frühchen.

Die Behandlung ist bei Babies und Kleinkindern davon geprägt Kontakt und Vertrauen aufzubauen noch bevor die erste Berührung erfolgt. In diesem Alter sind Kinder sehr feinfühlig für Emotionen der Eltern als auch anderer Menschen und reagieren entsprechend. Deshalb wird die Behandlung auch nie mal eben möglich sein und auch nie ohne die Einbeziehung der Eltern von der Anamnese bis zur Behandlung - auch hier können die Eltern durch Handling, Massagen, Üben und Spielen im Anschluss entscheidende Impulse beitragen.

Kind und Eltern

Für die Anamnese sind bei Babies und Kleinkindern nicht nur die eigene Auffälligkeiten wichtig sodern auch Fragen, die die Eltern betreffen:

  • Was zeigt mein Kind - und was nicht?
  • Wie ist die Geburt verlaufen? - natürlich, Kaiserschnitt, Saugglocke, Dauer, Termin, ...
  • Wie ist die Schwangerschaft verlaufen?
  • Wie ist die soziale/finanzielle/berufliche Situation der Eltern?
  • Stillen Mutter und Kind oder nicht? bzw. Haben Mutter und Kind gestillt oder nicht?
  • Was sind die Eltern bereit eventuell zu ändern?

Diese Fragen sind nicht ausschließlich für mich als Physiotherapeut wichtig, sondern können auch das Verhältnis zwischen Eltern und vor allem Mutter und Kind vertiefen. So kann es zum Beispiel sehr heilsam sein, seinem Kind - auch wenn es noch ein Baby ist - von der Schwangerschaft erzählen. Häufig wird es die Emotionen der Mutter spiegeln, denn es war ja auch schon dabei.

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Diagnosen

  • KISS-Syndrom
  • Muskuläre Dysbalancen (z.B. knackende Schultern)
  • Bewegungsdefizite (mag sich nicht Bewegen, einseitige Bewegung)
  • Gleichgewichtsprobleme
  • viel Schreien
  • Schlafprobleme / Unruhe
  • Atemwegserkrankungen (z.B. Asthma)
  • Verstopfungen
  • Geburtstraumen

Ziele

Unterstützung der neurophysiologischen Entwicklung durch gezielte Stimulation von Motorik, Gleichgewichtsorganen und Sensorik. Außerdem die Sicherheit der Eltern beim Handling, Tragen und Spielen und dadurch den Kontakt zum Kind zu fördern.

Das Handling ist Teil der neurophysiologischen Entwicklungstherapie angelehnt an Bobath. Dem Kind soll das Gefühl für physiologische Haltungs- und Bewegungsabläufe ermöglicht werden, so dass es mit diesen vertraut wird und für sich übernehmen kann.

Handling erfolgt unter Anwendung von Techniken zur Tonusregulation und Bewegungsförderung, Situationsgestaltung und Einsatz von Hilfsmitteln.

Für die Eltern

Die Anwendungen beim Handling sind zum größten Teil für die Anwendung durch die Eltern gedacht und nicht als therapeutische Maßnahme. Deshalb stehen hier die Eltern im Mittelpunkt, damit Sie die Anwendung des Handling erlernen und im Alltag einsetzen können.

Das Handling kann zusätzlich die Sicherheit der Eltern speziell mit einem Neugeborenen oder Frühchen fördern und damit den Alltag erleichtern.

Grundregeln beim Handling

  • Kein Schmuck (speziell an Händen und Armen)
  • mit dem Kind reden oder vorsingen > Kommunikation
  • ruhige und gleichmäßige Bewegungen
  • Zeit geben sich auf Lageveränderungen einzustellen
  • nah am Körper halten > Sicherheit
  • beide Seiten/Richtungen gleichmäßig fördern